Bedingt durch diese unfreiwillige Kaltverformung, die der Caddy am 16. März 2006 erfahren hat, gehört dieses Thema der Vergangenheit an. Alle Mühen eines Pöl-Umbaus mit großer Liebe zum Detail waren somit "für den Hugo".
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VW Caddy 1,9 tdi
Understatement-Rennlaster der Extraklasse mit allem Schnickschnack, den man von außen nicht vermutet.
Für Details Bild anklicken.

Dieses "Nutzfahrzeug" befindet sich seit seiner Geburt in meinem Erstbesitz und hat bisher über 170.000km lang treue Dienste geleistet. Sein Stauvermögen ist mit 2950l immens und er bietet alle Annehmlichkeiten eines "normalen" PKW. Neu war er sehr teuer, aber als Gebrauchtfahrzeug günstig zu haben.

 

Chiptuning

Seinen ersten Umbau, wenn auch "nur" elektronischer Natur, musste der Caddy bereits in seiner ersten Lebenswoche über sich ergehen lassen. Er erfuhr ein Chip-Tuning der Firma Sportsystems (Zusammenschluss diverser VW-Betriebe) mit dem links abzulesenden Ergebnis (zum Vergrößern anklicken). Die weniger auf absolute Spitzenleistung, sondern mehr auf brachiale Drehmomententwicklung ausgelegte Kur macht das Fahren mit ihm täglich zum Erlebnis. Angesichts eines ausgesprochen hohen Anteils im Vollastbetrieb und der bisher zurückgelegten Anzahl von Kilometern sollten wohl alle Zweifler am Chip-Tuning oder an der Haltbarkeit von tdi-Motoren ruhiggestellt sein. Der Motor läuft noch wie am ersten Tag mit voller Leistung und erfreut durch sparsamen Verbrauch. Erzielte Werte: Min. 4,6l/100km, max. 9,5l/100km (nachmittags 500km Peine/Baden-Baden in 3,5 Stunden ). Angesichts der sicher nicht sonderlich windschnittigen Karosserieform sind das respektable Werte und trotzdem liegen Geschwindigkeiten von teilweise über 200km/h (Tacho) drin.

 

 


Das macht Spaß in so einem Auto!

 

Abgasrückführung

Eine sinnvolle Maßnahme mit Minimalaufwand ist das Verschließen der AGR (Abgas-Rückführung). Neben einer kleinen Verbesserung der Gasannahme im Teillastbereich hat das zur Folge, dass man sich nicht unnötig viel Dreck aus dem der Ansaugluft zugeführten Abgas in das System saugt. Übrigens fällt diese Änderung bei der Abgasuntersuchung gar nicht auf und ist für den Vollastbetrieb irrelevant, da hier das AGR-Ventil ohnehin geschlossen ist. Sinn der AGR ist eigentlich, die Abgastemperatur und den Schadstoffausstoß im Teillastbetrieb zu senken. Das Verschließen führt zum Erlöschen der Betriebserlaubnis des Fahrzeugs, darauf möchte ich ausdrücklich hinweisen! Eine sinnvolle Maßnahme ist es aber trotzdem.

Ich habe unter Zuhilfenahme einer Dichtung (kostet 1,74€ bei VW) die Maße abgenommen und den Verschluss aus 1,5mm-Aluminiumblech nachgefertigt. Dann zwischen zwei Dichtungen am Flansch direkt unter dem AGR-Ventil montiert. Im Betrieb ohne AGR entstehen höhere Verbrennungstemperaturen im Teillastbetrieb, bedingt durch einen größeren Sauerstoffanteil der angesaugten Luft. Die dabei erreichten Temperaturen gelangen aber niemals in den Bereich der unter Vollast Üblichen, sodass man erhöhten Verschleiß wohl vernachlässigen kann. Wer mit Pöl fährt, sollte die AGR dringend verschließen.

 

Diodentrick


Steckerbelegung: PIN1=frei, PIN2=+12V, PIN3=Masse, PIN4=+5V, PIN5=LM-Signal

Viele tdi-Fahrer kennen das: Irgendwann schleicht sich ein Leistungsverlust ein, der zunächst nicht erklärbar ist. Ursache dafür sind oft nicht entfernbare Ablagerungen auf dem hier von außen zu sehenden HFM5-Luftmassenmesser. Mit verantwortlich für diese Ablagerungen ist die Abgasrückführung, durch die Abgase in den Ansaugtrakt gelangen, die nach Abstellen des Motors in Richtung Luftfilter strömen und dabei zwangsläufig den Luftmassenmesser (LMM) passieren müssen. Dadurch verschmutzt der LMM sukzessive, das dem Steuergerät gemeldete Signal der gemessenen Luftmasse verringert sich, somit auch die errechnete Kraftstoff-Fördermenge. Der daraus resultierende Leistungsverlust stellt sich schleichend ein, sodass man ihn anfangs gar nicht bemerkt.
Durch den Einsatz einer Diode (vorzugsweise 1N4007) kann man einen defekten Luftmassenmesser entlarven. Nach Einsetzen der Diode an Stelle des LMM wird dem Steuergerät eine hohe Luftmasse vorgegaukelt, wodurch im Mengenstellwerk eine entsprechend höhere Fördermege veranlasst wird.

Man kann die Diode wie oben abgebildet in die Leitung einsetzen und im Stecker die entsprechenden Kontakte zum LMM trennen oder die Diode in den Stecker einsetzen und diesen abgezogen lassen. In beiden Fällen ist auf die richtige Polarität der Diode zu achten: Die Kathode (erkennbar am aufgedruckten Ring auf der Diode) gehört in Pin5 des Steckers, die Anode in Pin4.
Mein Steuergerät quittierte den Einsatz der Diode leider mit einem Leistungsloch zwischen 2200 und 2800 1/min. Von anderen Steuergeräten (anderer Motorkennbuchstabe) weiß ich jedoch, dass sie den Ersatz des LMM durch eine Diode auch dauerhaft und ohne Murren tolerieren.
Solche Dioden bekommt man in jeder Rundfunk- und Fernsehwerkstatt für höchstens 1,--€.
Mehr zu dem Thema gibt's bei www.dieselschrauber.de.
Dieselfilter

Als blanken Wahnsinn kann man wohl die Preise für Dieselfilter als VW- Originalersatzteil bezeichnen. Selbst im Zubehörhandel werden die Dinger zu gigantischen Preisen gehandelt. Da ich schon gerne mal den Filter wechseln, dabei aber nicht arm werden möchte, entschied ich mich zum Einbau eines Filterkopfes, der die Verwendung kostengünstiger Schraubfilter ermöglicht. Es sollte sich jedoch herausstellen, dass ein bei Monopoel bestellter Filterkopf mit Aufnahme für das VW-typische Rücklaufventil ohne weitere Änderungen immer noch nicht passte.

Schon oft habe ich versucht die Ersatzteilpolitik von VW zu durchschauen, aber es ist mir bis heute nicht gelungen. Anstatt bei allen Fahrzeugen das gleiche Rücklaufventil zu verwenden, macht man sich bei VW offenbar gern die logistische Mühe, auch hier mindestens zwei verschiedene Bauteile bereit zu halten. Das mir auch schon aus früheren Zeiten bekannte Ventil ist innen dichtend, der Dichtring befindet sich also an der Aufnahme am Filterkopf. Bei meinem Caddy musste ich jedoch ein außen dichtendes Rücklaufventil mit zwei O-Ringen vorfinden, die auf einem Kunststoffstutzen mit 12,5mm Durchmesser sitzen. Die Standard-Aufnahme in den Filterköpfen hat jedoch nur 10mm Innendurchmesser.

Eine Lösung des Problems könnte man nun so herbeiführen, indem man die Bohrung im Filterkopf auf 12,5mm vergrößert. Beim nächsten Mal würde ich das auch so machen. Ich bin jedoch den einfacheren Weg gegangen und habe mir für ca. 13,--€ das andere Rücklaufventil besorgt, das nun auf den Filterkopf passt. Auch dabei musste ich feststellen, dass der Querschnitt der Rücklaufleitungen bei VW ebenfalls nicht einheitlich ist. Das neue Ventil ist vorgesehen für 6mm-Schläuche, mein Originalteil hat jedoch Stutzen für 8mm-Schlauch. Also die Schellen gut festziehen!

Das weiße Ventil hat die VW-Teilenummer 191 127 247 A, das schwarze Ventil hat die VW-Teilenummer 6K0 127 247