Minimalumbau eines Opel Corsa 1,7D

Anfang Juni 2005 sollte eine neue Idee ausprobiert werden, die weiter unten näher beschrieben wird. Ein Mitglied des fmpo wollte gerne seinem Corsa 1,7D, den er schon eine ganze Weile mit 80% Pöl fuhr, einen kleinen Umbau spendieren und ich suchte ein "Versuchskaninchen" für diese neue Idee. Das passte also und wir trafen uns an einem Samstag zum gemeinsamen Basteln.

Zum Einbau zusätzlicher Komponenten schien der linke Federbeindom der am meisten geeignete Platz zu sein. Der hier angebrachte Sicherungskasten (bestückt mit einer einzigen Sicherung) musste dafür weichen. Unmittelbar in der Nähe der ESP ließ sich leider nichts machen, da sie sehr eng unter der Saugbrücke zwischen Zylinderkopf und Spritzwand sitzt. Das ist zwar zum Schrauben ärgerlich, aber hat auch den Vorteil, dass hier keine Abkühlung durch den Fahrtwind zu erwarten ist.

Herzstück des Mini-Umbaus sollte der SamHotte-Heizer sein, der durch einen neuen Deckel eine optionale Aufwertung erfuhr. Der Deckel ist ausgestattet mit einem einfachen Bohrungslabyrinth, an das der Rücklauf der ESP angeschlossen wird. Es sind zwei Schlauchtüllen und fünf Stopfen zum Verschließen der Quer- und Verbindungsbohrungen vorhanden. Auch einen zweiten Bimetall- Schalter gibt es, dessen Aufgabe später erläutert wird.

In grün ist hier der Weg dargestellt, auf dem der Rücklauf durch den Deckel fließt. Dabei soll die im Kraftstoff vorhandene Wärme zur Beheizung des Deckels und somit des gesamten Heizers genutzt werden. Die erste Erwärmung erfolgt wie gewohnt durch die beiden Glühkerzen im Heizer-Gehäuse und einen temperaturabhängig schaltenden KGR. Der für die E-Heizung verantwortliche Bimetall-Schalter sitzt am Heizkörper, am Deckel der für den KGR, dessen Schalttemperatur um 20°C höher liegt. So wird zunächst eine schnelle Erwärmung mit E-Heizung und KGR erzielt, sodass schon bald kein elektrisches Nachheizen mehr erforderlich ist. Nach Erreichen von 75°C am Deckel wird über den Bimetall-Schalter ein Sirai-3/2-Wegeventil zum Öffnen des Rücklaufs betätigt.

Hier die beiden Komponenten im Verbund und ein Teil der Verschlauchung. Im Vordergrund ist das Oberteil des Difis zu sehen, von dessen serienmäßiger Filterheizung der Zündungsplus abgegriffen wurde, mit dem die Magnetspule des Ventils und ein Relais über die Bimetallschalter geschaltet wird. Der Arbeitsstrom für die E-Heizung ist direkt am Pluspol der Batterie abgegriffen.

So sieht das nun in der Gesamtansicht aus, eine Isolierung des Ganzen soll später noch stattfinden. Vorn auf der Saugbrücke ist das AGR-Ventil zu erkennen, das mit einem Verschluss versehen wurde.

Der untere Abzweig des Ventils mündet mit einem T-Stück in der Vorlaufleitung des Difis. Nach der Installation erfolgte der erste Motorstart mit abgezogenem Stecker vom Bimetall-Schalter am Heizerdeckel, damit vorhandene Luft durch die Rücklaufleitung zum Tank entweichen konnte (das Ventil gibt im spannungslosen Zustand den Rücklauf zum Tank frei).

Bereits nach kurzem Motorlauf im Standgas und einer ebenso kurzen Probefahrt von weniger als 1km waren am vom Rücklauf durchströmten Ventilgehäuse bereits knapp 50°C zu messen. Aus Zeitmangel konnte ich an diesem Tag keine weiteren Messungen durchführen, das Ergebnis nach dem kurzen Motorlauf war jedoch schon recht beeindruckend. Sowie sich die Gelegenheit ergibt, werde ich hier weitere Messergebnisse ergänzen.

Fest steht jedenfalls, dass es mindestens in manchen Fahrzeugen möglich ist, eine ordentliche Systemerwärmung auch ohne Kühlwasser-Wärmetauscher oder elektrisches Dauerheizen zu erreichen. Die bei dem Corsa vor Fahrtwind geschützt eingebaute ESP und der als Kreuzwärmetauscher dienende Deckel sorgen für eine hervorragende Nutzung der Eigenerwärmung.

 

 

Vielen Dank an Claudiu, der mutig sein Auto für dieses "Experiment" zur Verfügung stellte!