Diese Seite ist noch im Aufbau
 

 

Umbau eines MAN Raketenbrenners RE 1.1 LN
 

 

Erster Versuchsaufbau, Feuer frei!
Als Tank (auf dem Bild gerade fast leer) dient hier ein Vorratsbehälter mit Skala einer Spritzpistole. Dahinter ein "Oilipur"-Filter sowie ein TocUno N.
 

 

Was im Auto funktioniert, müsste doch eigentlich auch zum Heizen des Hauses bzw. zur Warmwasserbereitung taugen.
Nachdem ich von einigen bepölten MAN Raketenbrennern gehört hatte, entschloss ich mich auch zum Kauf eines solchen Exemplars zum Experimentieren. Bei ständig steigenden Heizölpreisen liegt der Gedanke ja nahe, die Heizung zukünftig mit Altpöl zu betreiben.
Wir werden sehen, ob diese Idee von Erfolg gekrönt sein wird, die Experimentierarbeit beginnt.
Für folgende Versuche musste erstmal so eine Art Stativ her, das den Brenner aufnehmen kann, damit er nicht immer wackelig auf dem Boden liegen muss. Dazu fiel mir der Montagehalter für Motorrad-Motoren ein, den ich mir schon vor Jahren gebaut hatte.
(Hier eingehängt ein CB 900 F2 "Bol d'Or"-Motor von HONDA)
 Mit ein paar Änderungen sollte man auch den Raketenbrenner dort sicher unterbringen können.
Voilà, passt. In ein Blech 300x170x5mm habe ich mit einem Kreisschneider ein Loch (Durchmesser 110mm) für das Brennerrohr eingebracht und den Befestigungslochkreis (4x150mm) für den Brennerflansch. Das sollte halten und ich kann den Brenner nebst noch folgendem Zubehör auch bei Nichtgebrauch mal bequem irgendwo in einer Ecke verschwinden lassen. Das wird leider häufiger passieren müssen als mir recht ist, denn bei knappem Zeitkontingent wird sich die Versuchsphase sicher in die Länge ziehen.
So sieht es unter der blauen Haube aus.
Beim Kauf eines Raketenbrenners sollte auf das Fabrikat der Ölpumpe geachtet werden. Ich selbst bekam den Hinweis, dass ich nach Möglichkeit ein Exemplar mit Eckerle-Pumpe nehmen soll, da diese im Vergleich zu anderen Pumpen dauerhaft einen höheren Druck erzeugen können, der zum Zerstäuben von (Alt-)Pöl erforderlich ist.
Ich habe einen Brenner mit hydraulisch betätigter Rezirkulation bekommen. Ob das von Vor- oder Nachteil sein wird oder ob daran etwas geändert werden muss, werden wir später sehen.
Um später mal reproduzierbare Pumpendrücke einstellen und qualifizierte Aussagen über deren Auswirkung auf die Verbrennung bei verschiedenen Medien und Einstellungen treffen zu können, muss ein Manometer in die Düsenleitung integriert werden. Hier kam ein Hochtemperatur-Manometer für aggressive Medien aus Edelstahl zum Einsatz, gekauft bei Hansaflex. Ein etwas preisgünstigeres Modell tut es aber vielleicht auch.
Durch die Verwendung von 4mm-Ermeto-Leitungen ist die Installation denkbar einfach und garantiert dicht.
Im Hintergrund ist noch ein zweiter T-Abgang in dieser Leitung zu erkennen (vor dem Manometer-Anschluss), der durch einen Stopfen verschlossen ist. Diesen Anschluss brauchte ich für den über ein zusätzliches Magnetventil schaltbaren Abgang zu einem Druckminderventil, das Bestandteil eines (im Grunde erfolgreichen) Umbaus auf bivalenten Betrieb des Brenners (Start mit Heizöl, automatische Umschaltung auf Pöl, Spülen mit Heizöl) war. Dieses Konzept habe ich jedoch wieder verworfen. Es funktionierte zwar, der Umbau ist aber zu kompliziert, zu viele Teile (somit auch Fehlerquellen) müssen installiert werden und bei meiner Heizungsanlage mit verhältnismäßig vielen Brennerstarts und kurzen Brennerlaufzeiten ist so ein System nicht optimal. Also konzentrierte ich mich weiter auf den monovalenten Betrieb des Brenners.
 

 

Um einen gescheiten Start mit Pöl zu erreichen, muss der Brennstoff an der Düse heiß sein. Jeder Raketenbrenner ist zwar mit einer serienmäßigen Ölvorwärmung ausgestattet, diese ist jedoch in ihrer Leistung sehr begrenzt und bringt das Pöl (und die Düse selbst) auf für einen sauberen Start nur unzureichende Temperatur. Versuche haben gezeigt, dass der Start umso besser gelingt, je heißer die ganze Angelegenheit ist. Bei diesen Versuchen hat sich aber auch der serienmäßige Düsenstock mit integrierter Ölvorwärmung dahin gehend als untauglich erwiesen, dass Kunststoffteile beginnen zu schmelzen und der Brennstoff dort unter Druck austreten kann. Somit stand für mich fest, dass ein anderer Düsenstock her muss, der über eine leistungsfähige Beheizung verfügt und gnadenlos temperaturstabil ist, also vollständig aus Metall besteht.

Diesen komplett aus Edelstahl gefertigten Düsenstock habe ich nun an Stelle des serienmäßigen Teils verbaut, bestückt mit 120W-Bandheizer bzw. Heizschelle. Bis auf den Bereich, in dem diese Schelle sitzt (Platz wäre auch noch für eine Zweite), entspricht der Düsenstock maßlich dem Originalteil.

Die Spannungsversorgung für die Heizschelle erfolgt über die Leitung der serienmäßigen Vorwärmung. Parallel zu der Heizschelle wird ein Zeitrelais bestromt, das auf eine Einschaltverzögerung von 3 Minuten programmiert ist. Nach Ablauf dieser Zeit gibt es Spannung an den Feuerungsautomaten, an Stelle des Thermostaten der serienmäßigen Vorwärmung. Die für einen sauberen Start erforderliche Vorwärmzeit wurde zunächst durch zahlreiche Kaltstarts an der frischen Luft ermittelt und anschließend unter Betriebsbedingungen, montiert am Heizkessel, entsprechend reduziert.

Über 10er Ermetorohr mit entsprechenden Verschraubungen habe ich am Pumpenvorlauf einen "Hotteheizer" montiert, der mit einem 85°C-Bimetallschalter ausgestattet ist und von einem 12V/40A-Trafo mit dem Arbeitsstrom für die Glühkerzen versorgt wird. Der Bimetallschalter schaltet den Trafo primärseitig. Die 230V-Versorgung hierfür erfolgt, wie auch für die Düsenstockheizung, geschaltet über den Kesselthermostaten. Für einen verlustarmen Wärmehaushalt empfiehlt sich ein kurzgeschlossener Rücklauf, hier mit Oventrop TocUno.
Der Brenner ernährt sich hier aus einem Behälter für Batteriesäure, wie man ihn beim Kauf einer neuen Motorrad-Batterie bekommt. Mit Stoppuhr und den abgelesenen Werten auf der Skala lässt sich der Ölverbrauch, somit also auch die Brennerleistung, ermitteln.

Hier zwei Flammenbilder mit unterschiedlichen Düsen, aber identischem Pumpendruck. Nach dem Wechsel auf den selbst angefertigten Düsenstock habe ich den Druck, somit natürlich auch die Brennerleistung, auf 20bar senken können.

Flamme mit Steinen-Düse 0,50 80° H bei 25bar Pumpendruck Flamme mit Danfoss-Düse 0,40 80° H bei 25bar Pumpendruck, leider etwas windig draußen ;-)

Bedieneinheit zum separaten Schalten von Düsenstock- und Vorlaufheizung sowie Brennerstart 

Wer ebenfalls über Erfahrungen mit dem Raketenbrenner im Pölbetrieb verfügt, darf sich gerne bei mir melden. Ich bin natürlich an einem Erfahrungsaustausch interessiert.
Seite wird fortgesetzt